Liedentstehungsgeschichte von "Rückenwind" | Georg Domke

Liedentstehungsgeschichte von “Rückenwind”

„Rückenwind“ ist eines der neueren Lieder. Mit diesem Lied möchte ich die Frage in unsere Köpfe rufen, warum wir eigentlich mit so einem schnellen Tempo durch das Leben jagen. Also im negativen Sinn zu viel Rückenwind haben.

Mir fiel schon die letzten Jahre immer wieder auf, dass keiner eine Antwort darauf hat warum er das, was er tut, eigentlich tut und warum es jeden Tag in so einer Geschwindigkeit getan werden muss. Denn der Stress scheint ja nicht zu fruchten, denn sonst würde ja auch irgendwann mal eine Entschleunigung stattfinden. Zu der kam es aber bisher nicht. Das habe ich beobachtet und diesen Widerspruch wollte ich in „Rückenwind“ aufgreifen.

Im 2. Refrain tauchen zwei Namen auf: Pannach und Kunert. Dabei handelt es sich um die zwei DDR-Liedermacher Gerulf Pannach und Kuno Kunert, die unter anderem Musiker der Klaus Renft Kombo waren. Als Duo haben sie ein tolles Lied veröffentlicht, das da heißt „Fluche, Seele, fluche!“ (gibt’s hier auf YouTube). Für mich war dieses Lied eine inbrünstige Message an uns selbst die eigenen Gefühle endlich mal wahrzunehmen und nicht einfach weiter zu hetzen. Ein guter Denkanstoß.

Die Akkorde und Melodien sind während einer Probe 2017 mit Butsche, dem Sänger von Goldstaubwerk (http://www.goldstaubwerk.de/), entstanden. Bei der Improvisation, in der ich auch spontan Textzeilen von mir gab, ging es eigentlich um die Verherrlichung der fiktiven Situation, wie man einem guten Kumpel mal eine auf’s Maul hauen möchte. Damit wollte ich mich dann beim Schreiben im Nachhinein aber irgendwie nicht mehr anfreunden und habe ein Thema gewählt mit etwas mehr Tiefe.

„Rückenwind“ gibt’s bis jetzt nur als Video auf YouTube:

Songtext “Rückenwind”

Die leeren Wände, ich zähle die Stunden
Alte Gedanken, heut’ ist so ein Tag
Vor Jahren ist die Geschichte verschwunden
In der ich so oft deinen Namen sag’

Und nicht nur die Worte, sondern auch dein Name
Dabei lag er nächtelang neben mir
Aus dem Fräulein wurde längst eine Dame
Die Buchstaben ihres Namens fehlen mir

Heut’ ist so ein Tag, an dem sich die Fragen häufen
Heut’ ist so ein Tag, ich steh’ neben mir
Ich werde verfluchen, ich werde verteufeln
Und eine Erklärung, die fehlt mir

Heut’ ist so ein Tag, egal, was ich tu’
Mit jedem Schritt entfernt sich das Ziel von mir
Und eine Frage lässt mir keine Ruh’
Wenn es ein Ziel gibt, warum führt es mich nicht zu dir

Kommen wir jemals irgendwo an
Ziellos streunen wir hier unten umher
Nur gute Gedanken lassen wir an uns ran
Und die schlechten werden immer mehr

Heut ist so ein Tag, an dem ich Antworten suche
Pannach und Kunert haben es schon erkannt
Lass es doch mal zu: Fluche, Seele, fluche
Wenn du nicht weißt wo lang, warum bist du dann gerannt
Wenn du nicht weißt wo lang, warum bist du gerannt

Wir stechen zusammen in See und kennen kein Ziel
Proviant ist mit an Bord nur der Kompass war zu viel
Wir setzen auf die schnellsten Segel, haben immer Rückenwind
Doch warum „Volle Kraft voraus, wenn niemand weiß, wo die Schätze sind

Heut ist so ein Tag, an dem ich Antworten suche
Pannach und Kunert haben es schon erkannt
Lass es doch mal zu: Fluche, Seele, fluche
Wenn du nicht weißt wo lang, warum bist du dann gerannt
Wenn du nicht weißt wo lang, warum bist du gerannt

Liedsheet von Rückenwind

2018-07-03T12:40:32+00:00